Wissensfragen

Resilienz

Was bedeutet Resilienz?


Resilienz ist die psychische Widerstandfähigkeit eines Menschen bei Druck und Stress. Dahinter verbirgt sich, wie Menschen auf Reize reagieren, Stress verarbeiten und wie sie es schaffen, gestärkt aus Krisen herauszugehen. Das Wort Resilienz stammt von dem lateinischen Wort resilire ab, was abprallen bedeutet. Ursprünglich wurde der Begriff in der Physik in der Materialkunde für Werkstoffe verwendet, die sich nach einer Verformung wieder in ihren Ursprungszustand zurückverwandeln. Resilienz ist keine feste Größe, sondern bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt und wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Negativ beeinflussende Faktoren (Stressfaktoren) können Arbeitsbelastung, negative Umwelteinflüsse, Druck und wenig Schlaf sein. Positive Faktoren (Schutzfaktoren) sind beispielsweise Wertschätzung, ausreichend Schlaf, Sport, Meditation und eine gehirngerechte Arbeitsweise 

Gehirnforschung

Gehirnfitness durch Bewegung


Laut Studie werden von Geburt an Synapsen, das sind die Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen (Neuronen), auf- beziehungsweise abgebaut. Die Ursache des Abbaus liegt in der Nichtnutzung und in dem normalen Alterungsprozess. Im Alter werden jedoch zunehmend weniger Synapsen aufgebaut als abgebaut. Ab dem zwanzigsten Lebensjahr werden alle zehn Jahre bis zu 
 10 % von ihnen abgebaut. Dieser Abbau findet schwerpunktmäßig im Hippocampus statt. Das ist das Arbeitsgedächtnis, das für das Lernen, Erinnerungen, Aufmerksamkeit und Konzentration zuständig ist.

Das Gehirn kann durch Sport und Koordination verbessert werden wie verschedene Studien gezeigt haben. Auch das Erlernen von neuen Dingen, beispielsweise Sprachen, Klavierspielen oder Tanzen wirkt sich positiv auf das gehirn aus. Grund dafür ist, dass sich durch die Bewegung und das Lernen neue Synapsen, und die benötigten Nervenzellen neu bilden. 

Stressabbau durch Bewegung

Nach dem aktuellen Stand der Gehirnforschung wirkt sich Stress aufgrund der Cortisol-Ausschüttung negativ auf das Gehirn beziehungsweise den Hippocampus aus. Der Grund dafür ist, dass der Hippocampus eine hohe Aufnahmefähigkeit von Cortisol besitzt. Die Folgen konnten in Experimenten mit chronisch gestressten Ratten nachgewiesen werden, bei denen als negative Folge das Volumen des Hippocampus abnahm. Dies führte zu einer Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses, da der Hippocampus für den Datentransfer vom Kurz- in das Langzeitgedächtnis verantwortlich ist. Dabei muss der Stresslevel nicht konstant gleich hoch sein, sondern auch akuter Stress, der über Wochen zurückgeht, hat diese Auswirkungen. 

Eine weitere Erkenntnis ist, dass sich bei den Tieren auch das Verhalten ändert. Die Tiere werden ängstlicher, gerade auch bei unbekannten Situationen. Ob dieser Zustand wieder aufgelöst werden kann, hängt von der Zeit, die der Stress andauerte und der Schwere zusammen. 

Auch im Fall von Stress wirkt sich Gymnastik positiv auf das Gehirn aus. Zum einen werden durch Bewegung Endorphine freigesetzt, die die Stress-Empfindlichkeit verringern, zum anderen wird durch die Aktivierung und Koordination beider Gehirnhälften die Gehirnleistung erhöht. Das bringt uns in kurzer Zeit mehr Energie. Die Leistungs-erhöhung erfolgt besonders bei gleichzeitigem Bewegen und Denken. Durch langfristige körperliche Aktivität lässt sich neben Förderung der kognitiven Leistungsfähigkeit der Stresslevel reduzieren. Dies gilt ebenfalls für emotionalen Stress. Außerdem hat Sport eine positive Wirkung auf Depressionen und Wohlbefinden. Das liegt daran, dass Sport einen positiven Einfluss auf den Botenstoff Serotonin hat, der Aggression, Angst, die allgemeine Stimmungslage und die Stressverarbeitung steuert.